Samstag, 8. Januar 2011

Alles ist Möglich!


Wenn die Saison 2010 mir eins gezeigt hat, dann dieses:„ Nichts ist unmöglich!“
Nachdem ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass ich es wohl im Zeitfahren nicht auf das Podium einer Weltmeisterschaft schaffen werde, bin ich doch eines Besseren belehrt worden.
In Anbetracht des Streckenprofils mit seinen schweren und schnellen Passagen und der Länge der Belastung, hatte ich mir insgeheim schon eine gute Platzierung ausgerechnet. Beim Betrachten der Konkurrenz aus der Schweiz, Italien, Österreich und dem Libanon war ich dann allerdings doch eher skeptisch, dass es eine Medaille werden könnte. Vermutlich wurde ich auch in der Szene - wenn überhaupt - als Außenseiter gehandelt.Zumindest hatte ich nicht den Druck, den man verspürt, wenn man zu den Favoriten gehört. Also bin ich im Vertrauen auf das, was ich kann, an den Start gegangen. Und siehe da, es hat voll hingehauen – ich fuhr sogar im zweiten Teil der Strecke die Bestzeit. Das war auch mein Glück, wie sich noch herausstellen sollte. Die Abstände zwischen den Plätzen 2, 3 und 4 waren im Bereich eines Wimpernschlages.So, war ich 0,76 sec hinter Heinz Frei und 1,62 sec vor Lukas Weber. Puh, das war knapp! Bronzemedaille ein riesiger Erfolg! Keine einzige Sekunde habe ich damit gehadert, nicht auf dem 2. Platz zu stehen. Schließlich hätte es auch der 4. Platz so wie beim Zeitfahren der Paralympics in Peking, sein können.
Dieses Schicksal ereilte diesmal den sympathischen Eidgenossen Lukas Weber, der sich glücklicherweise noch seine erste WM Medaille im Straßenrennen erkämpfen konnte. Das hat mich besonders gefreut!
Nachdem ich im Straßenrennen einen schwarzen Tag erwischte, freute ich mich auf den Team Event und die damit verbundene weitere Medaillenchance. Gefahren wie eine Staffel, fährt jedes Teammitglied zweimal eine Runde von 3,4 km. Andrea Eskau, Max Weber und ich waren als Team für das Rennen bestens gerüstet. Die zu rechtgelegte Strategie war einfach: Max, der als erster ins Rennen ging, sollte bei der starken Konkurrenz dran bleiben, damit Andrea dann Ihre Stärke am kleinen Anstieg ausspielen und uns in Führung bringen konnte. Aber es kam anders: Nachdem Max schon in der ersten Runde einige Meter Vorsprung vor Kanada und der Schweiz herausholen konnte – eine großartige Leistung – gab es für uns nur noch eine Taktik: Die Flucht nach vorne mit Vollgas.
Gesagt getan und schon nachdem wir alle einmal auf der Strecke waren, hatten wir bereits einen komfortablen Vorsprung vor der Schweiz und den USA. Lediglich ein Sturz oder eine Panne hätten uns unseren Sieg noch nehmen können. Mit einer geschlossenen Leistung standen wir ganz oben auf dem Treppchen bei einer Weltmeisterschaft.
Nach dem Einzeltitel in Aigle 2006 das zweite Gold für mich und diesmal mit zwei Freunden. Das wird mir in besonderer Erinnerung bleiben.
Ein toller Event, der dem Zuschauer kurzweilige Unterhaltung liefert. Er bietet damit alles, was ein Sport für einen medialen Erfolg braucht. Durch die kurzen Runden, ist ständig Aktion und jeder kann dem Rennverlauf folgen. Hierin steckt ein großes Potential, im Zuge der Paralympics den Handbikesport nach vorne zu bringen.

Mittwoch, 10. März 2010




Unterstützung zur Forschung gegen die Spinale Muskelatrophie

Das Projekt Muskeln für Muskeln setzt sich für die Entwickelung wirkungsvoller Therapien gegen die Spinale Muskelatrophie, gemein hin als Muskelschwund bekannte Krankheit ein.
Diese von einem Gendefekt ausgelöste Krankheit, zerstört nach und nach die Muskelfasern und führt damit zu fortschreitender Lähmung.
Da die Krankheit relativ selten ist, 1:6000 bei den Neugeburten ist das Interesse der Pharmaindustrie auf diesem Gebiet zu forschen ehr gering.
Da die Ursache für SMA erst vor ca. 15 Jahren durch Fortschritte in der Genforschung und durch die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes identifiziert werden konnte, steht die Forschung noch am Anfang. Trotzdem gibt es bereits viel versprechende Ansätze, die weiterverfolgt werden müssen. Forschung ist teuer und für die Pharmaindustrie besteht aufgrund der "geringen" Anzahl von Betroffenen wenig Anreiz. Geforscht wird für SMA insbesondere an Uni-Kliniken. Das Spendenaufkommen ist gering, Forschungsprojekte und klinische Versuche um ein vielfaches teuerer.
Muskeln für Muskeln möchte die Problematik in die Öffentlichkeit bringen um eine größere Lobby für die Forschung zu bekommen. Und eine bessere Spendenbereitschaft in der Bevölkerung zu erreichen.
Muskeln für Muskeln ist selbst keine Spendenorganisation unterstützt aber Organisationen, deren Spendenerlöse direkt für die SMA-Forschung eingesetzt werden.
Daher unterstützt unsere Aktion die Initiative Eine Therapie für SMA, eine Initiative innerhalb des Fördervereins der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM e.v.). Diese Initiative wurde 2001 von Betroffenen und Eltern ins Leben gerufen, um die Entwicklung einer Therapie für SMA zu beschleunigen.

Als Behindertensportler weiß ich wie wichtig es ist funktionierende Muskeln zu haben und sie zu erhalten. Deshalb unterstütze ich dieses Projekt nur zu gerne.

Euer
Stefan

Nähere Informationen gibt es unter www.muskeln-fuer-Muskeln.org .

Donnerstag, 25. Februar 2010

Gemeinsam Leben - gemeinsam Sport treiben

Das Helmstedter Bötschenberg-Gymnasium plant ein besonderes Projekt: Vom 11. bis 13. November sollen Bürger die Gelegenheit haben, Berührungsängste gegenüber behinderten Menschen abzubauen.
In einem Pressegespräch stellten die Projektleiter, Schulsprecher Lucas Dinter und Lehrer Gunter Dörschlag, ihr Anliegen vor. Ursprünglich war eine Sport-Projektwoche für die Schüler des Gymnasiums am Bötschenberg geplant.

Jetzt soll es eine große Veranstaltung in Helmstedt werden, die eine Bewusstseinsänderung der Gesellschaft anstoßen soll. "Behinderte Mitmenschen sollen nicht weiter als stigmatisierte Randgruppe betrachtet, sondern als mündige Menschen, mit Respekt und Verständnis behandelt werden", formulierte Lucas Dinter, Schulsprecher und Projektleiter, das Ziel.

Eine toll initiative wie ich finde die ich nur zu gerne nach Kräften unterstützen werde.
Mittlerweile haben die beiden Initiatoren den Verein wirwir e.V. (www.wirwir.de) gegründet.

Mit dem Ziel, auch über die Projekttage hinaus die Förderung und Organisation von Veranstaltungen und Maßnahmen, die dem gemeinsamen Sport und der gemeinsamen Lebensgestaltung von Menschen mit und ohne Behinderung dienen soll voranzutreiben.
Das finde ich einfach klasse.
Euer Stefan

Sonntag, 18. Oktober 2009

Erfolgreiche Saison 2009 geht zu Ende



Meine Saison ist äußerst erfolgreich verlaufen. Bereits in der frühen Saison in den Vereinigten Arabischen Emiraten zeigte sich dass ich ein höheres Niveau in der Saison 2009 erreichen kann. Meine Zusammenarbeit mit Christof Weiß von www.europeansports.de die seid Anfang 2008 läuft fängt an Früchte zu tragen.

In den weiteren Rennen in Hannover und Treviso (IT) konnte ich dann meine ersten und einzigen Rennen der Saison gewinnen. In der EHC Serie (European Handcycling Circiut) habe ich in Neun Rennen viermal den 2. dreimal den 3. einen 5. und einen 7. Platz belegen können. Das ist in anbetracht der hochklassig besetzten Rennen eine beachtliche Bilanz. Die mir auch ein lang gehegten Traum erfüllt hat – den Gesamtsieg der Serie.

Auf die Para-Cycling Weltmeisterschaft habe ich erstmalig mit einer Rundfahrt, der Sadlers Alaska Challenge vorbereitet. Die acht Etappen mit den insgesamt 357 km sollten sich sehr positiv auf die Kraftausdauer und das Stehvermögen auswirken und die sollten bei der schweren WM Strecke in Bogogno (IT) noch eine Rolle spielen.

Der Rundkurs, des WM Straßenrennen hatte es in sich mit zwei knackigen Anstiegen von 500m und 400m Länge, die in kurzen abständen auf den letzen 3 km aufeinander folgten. Klingt erstmal nicht so schlimm wird aber bei 6 Runden von mal zu mal schwerer. Zumal der darauf folgende technische Streckenteil immer wieder von verschiedenen Fahrern für Attacken genutzt wurde und somit keine Zeit zur Erholung bot.

Ich hatte bei der Streckenbesichtigung einige Wochen zuvor genau in diesem Teil unfreiwilligen Kontakt mit dem Asphalt gemacht und fuhr dort deshalb etwas zu defensiv.

Das wäre mir in der letzten Runde beinahe zum Verhängnis geworden. Die Entstandene Lücke konnten Max Weber, Manfred Putz und ich dann nur mit höchster Anstrengung wieder schließen. Auf den folgenden Kilometern kämpfte ich dann buchstäblich ums überleben in dieser Gruppe und sah meinen Chancen schon schwinden. Angekommen am letzten Anstieg fuhr ich als 6 ter und letzter hinein und verlor gleich ein paar Meter. Doch das Blatt wendete sich nach gut 200 Metern. Das Tempo der anderen Fahrer vor mir wurde langsamer und ich kam näher- Meter um Meter. Dazu brüllte Lars Deske, der in der Natio nur liebevoll die Handbike-Mama genannt wird von der Seite:“ Es geht um die Medaillien!!“

Das setzte dann noch mal Reserven frei und ich fuhr als 3. über die Kuppe dicht gefolgt von Vittorio Podesta der es auf dem letzten Kilometer aber nicht mehr vorbei schaffte.

Stefan Bäumann